Starkregengefahrenkarten für den Rheinisch-Bergischen Kreis

von | 31 Mrz 2022 | Externe Links

Im Rahmen der Erstellung des Klimaschutzteilkonzeptes zur Anpassung an den Klimawandel im Rheinisch-Bergischen Kreis wurde sowohl eine topographische als auch eine hydraulische Starkregengefahrenkarte erstellt.

Dabei vermittelt die topographische Starkregengefahrenkarte einen ersten Eindruck von den Gebietseigenschaften und potenziellen Gefahrenpunkten durch Starkregenabflüsse. Mit Hilfe von GIS-gestützten Verfahren werden die Reliefenergie (Höhenunterschiede und Hangneigung), Geländetiefpunkte (Senken, Mulden) und Fließwege berechnet und dargestellt, so dass erkennbar wird, an welchen Stellen sich das Wasser bei einem Starkregenereignis sammelt. Als Grundlage für die GIS-Analyse wurde das Digitale Geländemodell 1 des Landes NRW verwendet, es bildet die Oberfläche in einem Raster von 1m x 1m ab. Die Bearbeitung erfolgt mit der Software ArcGIS 10.4.

Die zur Erstellung der hydraulischen Starkregengefahrenkarte durchgeführte hydrodynamische (2D-)Modellierung der Oberflächenabflüsse infolge von Starkregen ermöglicht eine detaillierte Ermittlung der Strömungsverhältnisse, der Fließgeschwindigkeiten, der Fließrichtungen, der Wasserspiegellagen und der Überflutungstiefen. Auf Basis der Ergebnisse einer 2D-Modellierung lassen sich konkrete Maßnahmen und Handlungsempfehlungen entwickeln. Zur Berechnung dieser Karten wird ein bestimmter statistischer Regen auf die Modelloberfläche „abgeregnet“.

Es bleibt darauf hinzuweisen, dass das simulierte und in den Starkregengefahrenkarten dargestellte Ereignis nicht dem im Juli 2021 im Kreisgebiet aufgetretenen Extremereignis entspricht. Während für die Erstellung der Starkregengefahrenkarten ein statistisch hundertjährliches Ereignis mit einer Niederschlagsintensität von 55 mm/h und mit der Dauer von einer Stunde zu Grunde gelegt wurde (das „klassische Sommergewitter“), stellte sich im Juli 2021 eine ganz andere Situation dar, da es hierbei zu einem Starkregen- und Hochwasserereignis gekommen ist, welches aufgrund seiner Dauer und Intensität deutlich über das bisher Dagewesene hinaus ging. Auch wenn das tatsächliche Ausmaß der Überflutung im Rheinisch-Bergischen Kreis am 14. Juli 2021 teilweise geringer (aufgrund der geringeren Niederschlagsintensität) und teilweise wesentlich größer (aufgrund der doppelt so großen Niederschlagsmenge) ausgefallen war als mit dem Starkregenmodell berechnet, so konnten dennoch nahezu alle Schadensorte bzw. Einsatzorte in den berechneten Starkregengefahrenkarten bestätigt werden.

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